Der Landesregierung entgleitet das Corona-Management- und die Kommunen müssen das Chaos richten

Im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW hat am Mittwoch Frau Prof. Christiane Woopen als Mitglied im Corona-Expertenrat der NRW-Landesregierung darüber berichtet, dass sie der Landesregierung bereits im April 2020 eine umfassende Teststrategie angeraten hat. Passiert sei in dieser Hinsicht jedoch nichts. Sie halte zudem nur einen Test pro Woche für deutlich zu wenig.

Nicole Niederdellmann-Siemes, die Fraktionsvorsitzende aus Meerbusch zeigt sich enttäuscht: „Die Landesregierung hat bereits seit fast einem Jahr die Informationen, dass eine intelligente Teststrategie uns allen helfen kann, mit dieser Pandemie zu leben. Es ist beschämend, dass die Landesregierung Expert*innen anhört und deren Rat dann offensichtlich komplett ignoriert. Mir stellt sich die Frage, wie weit könnten wir mit der Bekämpfung der Pandemie sein?“

Auch mit Blick auf die Öffnung der Kindertagesstätten und Schulen zeigt die Landesregierung, dass sie mehr Chaos stiftet als verbindliche Hilfen für Lehrpersonal, Erzieher*nnen, Eltern, Schüler*innen und Kinder im KiTA-Alter zu liefern. „In Meerbusch sind die DHL Pakete mit den Tests für unsere Schulen jedenfalls noch nicht angekommen! Wir schicken unsere Kinder in die Schulen, wissend, dass auch hier ein Infektionsgeschehen auftreten kann. Anstatt die angekündigten zwei Tests pro Woche, schafft es die Landesregierung noch nicht einmal, wenigstens einen Test an alle Schulen zu liefern. Dieses Regierungsversagen ist dramatisch, weil es die Gesundheit von uns allen gefährdet,“ so Niederdellmann-Siemes

Unterstützt wird sie von Christa Kohn, die für die SPD im Meerbuscher Schulausschuss sitzt: „Die Nachricht aus dem Kreis Düren, dass die Schulen wieder zum Distanzunterricht übergehen, zeigt, wie dramatisch die Situation an unseren Schulen ist. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung kann nur gestärkt werden, wenn es gelingt Zusagen auch einzuhalten. Die viel zu langsame Impfkampagne hätte eine Flankierung durch ein flächendeckendes Testmanagement benötigt. Solange wir nicht impfen können, müssen wir testen, testen, testen – gerade in unseren Schulen!“

Auch in Meerbusch ist ein Infektionsgeschehen bei der Altersgruppe von 0-15 Jahren festzustellen: „Allerdings zum Glück nicht als Hotspot. Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie dem Schulträger  bei einer Inzidenz von über 100 den Weg zurück zum Distanzunterricht an weiterführenden Schulen ermöglicht. Wir möchten in der nächsten Ratssitzung von der Verwaltung wissen, wie sich das Infektionsgeschehen in Meerbusch darstellt, welche Möglichkeiten es gibt, die Teststellen auch für mögliche Impfungen zu nutzen, und wie insbesondere Senior*innen in Meerbusch über die Möglichkeit der Testung informiert werden.“ So die beiden SPD Frauen.