„Haus Meer“, entsprechen die Pläne den geltenden Beschlüssen?

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Vor einigen Wochen berichteten wir unter der Überschrift „Haus Meer fast schon ein Drama".
„Auch die nun vorliegenden neuen Pläne zur Bebauung des Areals Haus Meer entsprechen aus der Sicht der SPD Fraktion nicht den geltenden Beschlüssen: Ausbau nur auf den Grundrissen des alten Schlosses,“ so die Fraktionsvorsitzende Ilse Niederdellmann.
Die SPD Fraktion hat mit der Aktionsgemeinschaft rettet Haus Meer zu den neuen Plänen ein Gespräch geführt. Lesen Sie jetzt die Stellungnahme der Aktionsgemeinschaft auf unserer Seite.
Stellungnahme der Aktionsgemeinschaft RETTTET HAUS MEER zur Hotelplanung der Regent Gruppe
Sowohl der Planungs- als auch der Kulturausschuss der Stadt Meerbusch hatten vor Jahren beschlossen,  den gesamten Park nach den Plänen von J.C. Weyhe von 1865 zu restaurieren und den Wiederaufbau auf den ehemaligen Schl0ssgrundriss und die Remise zu beschränken. Dies wurde auch im Werkstattverfahren 2003 festgeschrieben. Die Aktionsgemeinschaft fordert, diese Beschlüsse zu beachten.

Bereits 2012 hat das Rheinische Amt für Denkmalpflege die ersten Hotelpläne mit folgender Stellungnahme zurückgewiesen:
„Die vorliegende Planung ist in vielerlei Hinsicht denkmalpflegerisch völlig inakzeptabel......
Für Haus Meer bleibt es ein dringender Bedarf, eine sehr rücksichtsvolle, bescheidene, am Substanzerhalt orientierte Planung umzusetzen, die der Bedeutung des Gesamtdenkmals gerecht werdend von äußerster Zurückhaltung und Respekt gegenüber dem Denkmalbestand bestimmt sein muss........“

Alle diese Punkte werden von der neuen Hotelplanung wiederum ignoriert:
●    das Bauvolumen ist  überdimensioniert,
●    das Gartendenkmal wird im gesamten Norden durch die Tiefgarage, die Zuwegung und die großzügige Erweiterung des Hotelbaukörpers zerstört,
●    alter Baumbestand wird  unwiederbringlich vernichtet,
●    die ökologische Bedeutung des nördlichen Parkteils als Schutz- und Pufferzone für das unmittelbar angrenzende Flora-Fauna-Habitat Ilvericher Altrheinschlinge wird missachtet. Dabei handelt es sich „um die einzige vollständig geschlossene alte Rheinstromschlinge in unveränderter Geomorphologie am Niederrhein“, die auch von großer Bedeutung als prioritärer Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen ist.
Darüber hinaus bleiben viele Fragen offen: u.a.
Was geschieht mit den Baudenkmälern Teehäuschen, Eiskeller, Immunitätsmauer?
Was ist mit dem Naturschutz im Park?
Unter welchen Bedingungen bleibt der Park auf Dauer öffentlich?
Alle Akteure sollten sich vergegenwärtigen, Haus Meer ist ein Ort,
●    dem die junge Stadt ihren Namen verdankt,
●    der archäologische Denkmäler aus mindestens 2000jähriger Geschichte aufweist,
●    der auch heute noch einmalige Baudenkmäler besitzt,
●    der die christliche Keimzelle für beide Konfessionen ist,
●    durch seine 600jährige Geschichte Einfluss auf alle Stadtteile gehabt hat.

Dieser Ort eignet sich wie kein anderer zur Identifikation, Integration und als kultureller Mittelpunkt. Wir hoffen, dass dieser spiritus loci – der Geist dieses besonderen Ortes – eine denkmalgerechte, bescheidene Bebauung erfährt. Als Richtschnur muss die Aussage des Planungsausschusses der ehemaligen Gemeinde Büderich vom 15.11.1967 gelten: „ Im Städtebau soll man sich freimachen von allen kommerziellen Gedanken, diese sind zweitrangig.“

Die aktuelle Planung wird in keiner Weise dem Gesamtdenkmal gerecht, daher wehrt sich die Aktionsgemeinschaft entschieden gegen diese Planung.