Interkommunales Gewerbegebiet - Wir sehen hier noch Beratungsbedarf

Im letzten Ausschuss für Planung und Liegenschaften wurde der neue Sachstand zum Thema “Interkommunales Gewerbegebiet“ seitens der Verwaltung vorgestellt. Allein an der Tatsache, dass dieses Gewerbegebiet bereits seit den 1990er Jahren diskutiert wird, lässt sich erkennen, dass die Entwicklung in diesem Bereich durchaus Risiken für die Stadt Meerbusch bereit hält. Der „Gewerbeflächenentwicklungsplan 2030“ für die Stadt Meerbusch zeigt, dass Meerbusch sehr wohl einen eigenen Bedarf an weiteren Gewerbeflächen hat. Die Größe des Interkommunalen Gewerbegebietes ist jedoch vor allem dem überregionalen Bedarf geschuldet. Während der Beratung zum, in der Aufstellung befindlichen, Regionalplan im letzten Jahr hieß es noch, dass das Gewerbegebiet lediglich südlich der A44 Aussicht auf Genehmigung habe. Zwischenzeitlich konnte die Stadt Krefeld nachweisen, dass sie erhöhten Bedarf an Gewerbeflächen hat und keine weiteren Flächen zur Deckung dieses Bedarfs in Krefeld zur Verfügung stehen. „Dass die Bezirksregierung nun doch die Flächen nördlich der A44 genehmigen wird, ist daher eine neue Dimension. Es gilt, einen Weg zu finden, in dem die berechtigten Interessen von Meerbusch und Krefeld abgewogen werden. „Hierzu sind noch interkommunale Gespräche zu führen“, so die SPD Fraktionsvorsitzende Nicole Niederdellmann-Siemes. 

Nicole Niederdellmann-Siemes


„Die Ansiedlung von Logistik wollen wir nicht. Das Verhältnis von geschaffenen Arbeitsplätzen und zu erwartendem Verkehr ist nicht vertretbar“, erklärt Niederdellmann-Siemes. Hans Günter Focken ergänzt: „Bereits heute haben Menschen Probleme, bezahlbare Wohnungen in Meerbusch zu finden. Für neue Beschäftigte muss in jedem Fall auch ausreichend bezahlbarer Wohnraum in Meerbusch geschaffen werden“. Die Diskussion im Ausschuss hat gezeigt, dass noch viel Abstimmungsbedarf vorhanden ist. „Aber aus kritischen Fragen kann man noch nicht auf das Abstimmungsergebnis schließen“, gibt Dieter Jüngerkes zu Bedenken. „Sicherlich werden wir die Gestaltung dieses Gewerbegebietes nur dann mit beeinflussen können, wenn sich die Stadt Meerbusch beteiligt. Wir dürfen daher das „Heft des Handelns“ nicht durch totale Blockade aus der Hand geben. Vielmehr gilt es, konkrete Anforderungen zu formulieren. Wir sehen hier noch einigen Beratungsbedarf“, erläutert die Fraktionsvorsitzende.

 

Hier die Berichterstattung der RP vom 12. Feb. 2016: 
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/mega-gewerbegebiet-droht-zu-scheitern-aid-1.5762301