Wann haben Sie das letzte Mal Streichhölzer gesehen?

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen.
Zum Gedenken der Verfolgten und Opfer des 9. November 1938 und der gesamten Zeit des Naziregimes legte die Vorsitzende der Meerbuscher SPD,
Heidemarie Niegeloh, am Mittag des 9. November Blumen am Mahnmal in Lank nieder.
Ein rotes Päckchen Streichhölzer lag auf dem Schotterfeld. Es enthielt wenige ungebrauchte Hölzer. Kerzen waren nicht da.
Zufall? Meine Gedanken kreisen und ich kann nicht davon loskommen, dass das Absicht war.
Heute Nachmittag treffen sich die Bürgerinnen und Bürger und die Politikerinnen und Politiker um zusammen mit dem Bürgermeister den Opfern zu gedenken. Sollten noch mehr Menschen dieses Päckchen sehen?
Sollte auch ihnen die Wut kommen?
Die Angst? Das Grauen?
Das Gefühl von Ohnmacht gegenüber Dummheit, Rücksichtslosigkeit und menschenverachtendes Verhalten?
Oder einfach nur vor der Ignoranz?
Es gibt sie. Es gibt immer mehr offenes antisemitisches Verhalten.
Ich habe diese Streichhölzer weggeworfen. Sie waren nass und sowieso nicht zu gebrauchen und außerdem war es Zufall, dass der Wind dieses Paket dahin getrieben hat. Und wenn es kein Zufall sondern Absicht war, dann sollen diese Menschen wissen:
Jede und Jeder, alle, die sich heute am Mahnmal versammeln sind bereit aufzustehen und zu verhindern, dass in Deutschland Menschen verfolgt und getötet werden, weil sie etwas anderes glauben, etwas anderes wählen oder anders leben.

Wir Sozialdemokraten sind es! Weil wir das wollen und nicht dem Zufall überlassen.

Wir verbeugen uns vor den Opfern.