Wir sind für eine Baumschutzsatzung in Meerbusch

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„Vor allem Bürgermeister Dieter Spindler und Fraktionschef Werner Damblon stehen bislang für die unnachgiebige Haltung, dass rund 60 der großen und alten Platanen an der Moerser und Düsseldorfer Straße gefällt werden sollen“.
„Damblon und andere Büdericher CDU-Ratsherrn zweifelten aber öffentlich am Sachverstand der Bürger, die unterschrieben haben. Sie seien nicht ausreichend informiert, urteilten sie“. Diese Aussagen vom 04.06.2008, hier ging es um den Erhalt der Platanen an der Moerser- und der Düsseldorfer Straße, zeigen bereits, wie der Vorsitzende der Meerbuscher CDU und einige CDU Ratsmitglieder über Bäume und deren Erhalt denken.
Jetzt hat der Bauausschuss nach endlosen Diskussionen und Änderungen eine Baumschutzsatzung für Meerbusch verabschiedet. Und Herr Damblon zeigt mal wieder sein Verständnis über den Baumerhalt in Meerbusch. Allerdings geht die SPD Fraktion so weit zu sagen, dass es Herrn Damblon auch an Demokratieverständnis fehlt. Im Bauausschuss unterlegen, will er nun seine und die Meinung seiner CDU Fraktion im Rat durchsetzen. Keine Baumschutzsatzung für Meerbusch. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass Herr Damblon eine Niederlage bei einer Abstimmung nicht akzeptiert und die vermeintliche Mehrheit ausnutzen will.
Meerbusch wirbt damit die „Stadt im Grünen“ zu sein, behandelt ihr städtisches Begleitgrün aber eher stiefmütterlich – sprich nicht nach neueren fachlichen Erkenntnissen was die Baumpflege (inkl. Pflanzung) angeht. Die Standortangepasste Auswahl (Resistenz gegen Trockenheit/Krankheiten) der Baumarten wird eher dem Zufall überlassen, die Erstellung der Baumpflanzgruben wird zu klein dimensioniert. Es wird kein Schutzvorhang von benachbarten Versorgungsleitungen mit eingeplant und die Verwendung von geeigneten Pflanzsubstraten (gegen Bodenverdichtung) und Bodenzuschlagsstoffen (Wasserspeicher, Wurzelpilze/Mykorrhiza etc.) zur nachhaltig erfolgreichen Pflanzanlage erfolgt ebenfalls nicht. Die vermeintliche Kostenersparnis einer solchen antiquierten Baumanpflanzung wird somit unweigerlich durch höhere Folgekosten für die Baumpflege an problematischen Standorten aufgezehrt oder führt zum Ausfall des Gehölzes, was durch dessen Ersatz neuere, überflüssigere Kosten nach sich zieht.
Bäume erfüllen im urbanen Umfeld die klimatisch wichtige Funktion der Kohlendioxid-Bindung und der Sauerstoffproduktion, was bei der Lage Meerbuschs neben 3 Autobahnen (A52, A44, A57) sowie der unmittelbaren Nachbarschaft des Düsseldorfer Flughafens nicht unerheblich ist. Schützenswerte Bäume sollten daher unter den Schutz einer Satzung gestellt werden. Diese sehr sinnvolle Maßnahme beugt dem oftmals zu sehenden Frevel der Baumkappung (Baumzerstörende Maßnahme) im Bereich privater Gartenanlagen vor und die willkürliche Fällung von gesunden Bäumen, die nicht nur eine ästhetische, sondern auch die besagte klimatisch wichtige Funktion in der Stadt Meerbusch erfüllen, würde dann nicht mehr unkontrolliert möglich sein.
Die nach einer genehmigten Fällung durchzuführende Ersatzpflanzung würde nachhaltig die klimatische Ökobilanz in der Stadt beeinflussen und den Verlust des Gehölzes langfristig wieder kompensieren. Die entstehenden Kosten (Baumkontrolleur, administrativer Aufwand etc.) wären überschaubar – der Effekt eines gesunden, verkehrssicheren Baumbestandes in der Stadt verursacht eindeutig geringere Folgekosten.
Nach wie vor steht die SPD Fraktion zu ihrer Entscheidung: „Ja zu einer Baumschutzsatzung in Meerbusch“.